Website erstellen – einfach erklärt

Website erstellen – gar nicht so schwer
Vielleicht hast du schon mal über diese Idee nachgedacht. Der Wunsch nach einer eigenen Website kommt eines Tages auf, aber schon nach ein paar Minuten Recherche vergeht der Wunsch fast wieder. Auf einmal wird über Domains, Webhosting, WordPress, Themes, Plugins und SSL-Zertifikate gesprochen. Jeder erklärt etwas anderes und am Ende fragt man sich, ob man dafür nicht doch Informatik studiert haben müsste. Genauso ging es mir damals ebenfalls.
Mit Webseiten hatte ich überhaupt nichts zu tun. Meine beruflichen Tätigkeiten fanden in einer völlig anderen Umgebung statt, in der Computer für mich lediglich ein Arbeitsmittel waren. Ein wenig Word und Excel, vereinzelt mal ein spezielles Programm, und das war’s dann. Ich hätte damals nie gedacht, dass er später mehrere eigene Websites betreiben würde. Im Hinblick darauf kann ich jedoch feststellen, dass die Technik nicht die größte Hürde darstellte. Die größte Hürde war der Gedanke, dass alles unglaublich kompliziert sein müsste.
Eine Website zu erstellen, ist deutlich einfacher geworden. Natürlich gibt es Dinge, die man lernen muss. Das gilt allerdings für jedes neue Hobby und für jede neue Aufgabe. Niemand erwartet schließlich, beim ersten Mal perfekt Auto zu fahren oder sofort eine Fremdsprache zu beherrschen. Warum sollte das beim Erstellen einer Website anders sein? Und das Bloggen an sich mit einer eigenen Website macht zudem richtig Spaß.
Fehler – können passieren
Viele Starter beschäftigen sich zunächst mit dem Design ihrer zukünftigen Website. Farben werden verglichen, Logos gesucht und verschiedene Anbieter angesehen. Dabei steht eine viel wichtigere Frage ganz am Anfang.
Wofür soll deine Website überhaupt da sein? Möchtest du einen Blog schreiben? Planst du, dein Unternehmen vorzustellen? Suchst du neue Kunden, möchtest du dein Hobby präsentieren oder einfach deine Erfahrungen weitergeben? Diese Entscheidung beeinflusst fast alles, was danach kommt.
Wer lediglich eine kleine Internetseite mit einigen Informationen benötigt, hat völlig andere Anforderungen als jemand, der regelmäßig neue Artikel veröffentlichen oder später vielleicht sogar Geld mit seiner Website verdienen möchte. Deshalb lohnt es sich, das eigentliche Ziel zuerst festzulegen. Alles andere ergibt sich danach oft fast von selbst.
Nimm dir ruhig zehn Minuten Zeit und schreibe auf ein Blatt Papier, welche Seiten deine Website später enthalten soll. Meist reicht schon eine kleine Skizze. Startseite, Über mich, Kontakt und vielleicht ein Blog – mehr braucht es am Anfang häufig gar nicht. Viele Anfänger planen sofort zwanzig Unterseiten und merken später, dass sie die Hälfte davon gar nicht benötigen.
Website, Homepage oder Blog – warum ständig verschiedene Begriffe auftauchen
Gerade am Anfang stolpern wir regelmäßig über Begriffe, die scheinbar alle dasselbe bedeuten. Tatsächlich gibt es kleine Unterschiede. Die Website ist dein kompletter Internetauftritt. Dazu gehören alle Seiten und Inhalte. Die Homepage ist lediglich die erste Seite, also die Startseite. Ein Blog besteht aus Beiträgen, die regelmäßig veröffentlicht werden und meistens chronologisch erscheinen.
Im Alltag wird das allerdings kaum jemand so genau unterscheiden. Fast jeder sagt Homepage und meint eigentlich die gesamte Website. Deshalb musst du dir darüber keine großen Gedanken machen. Wichtig ist nur, dass du ungefähr weißt, worum es in Anleitungen oder Videos geht.
Domain und Webhosting – das brauchen wir
Spätestens jetzt begegnen dir zwei Begriffe, die am Anfang oft für Verwirrung sorgen. Die Domain ist nichts anderes als die Adresse deiner Website. Dort finden Besucher später deine Inhalte. Genau wie jedes Haus eine Anschrift besitzt, benötigt auch jede Website ihre eigene Adresse.
Das Webhosting kannst du dir wie ein Grundstück vorstellen. Dort liegen alle Dateien deiner Website. Texte, Bilder, Menüs und Einstellungen werden auf einem Server gespeichert, der rund um die Uhr mit dem Internet verbunden ist. Erst dadurch können andere Menschen deine Website überhaupt aufrufen.
Viele Hosting-Anbieter bieten Domain und Hosting gemeinsam an. Zudem sind in vielen Tarifen 1 oder mehrere Domains kostenlos enthalten. Also, „Augen auf“. Gerade für Beginner ist das meist die einfachste Lösung, weil alles an einem Ort verwaltet wird. Später kannst du dich immer noch intensiver mit den technischen Einzelheiten beschäftigen. Am Anfang reicht es völlig aus, die grundsätzliche Funktion zu verstehen.
Homepage-Baukasten oder WordPress?
Kaum ein Thema wird so häufig diskutiert wie diese Frage. Die einen schwören auf Homepage-Baukästen, die anderen würden ausschließlich WordPress verwenden. Beide Seiten haben gute Argumente.
Ein Baukastensystem macht den Einstieg besonders leicht. Viele Designs sind bereits fertig vorbereitet und Änderungen lassen sich direkt im Browser durchführen. Wer nur eine kleine Website erstellen möchte, kommt damit meistens gut zurecht.
WordPress verlangt anfangs etwas mehr Einarbeitung. Dafür wächst das System praktisch mit deinen Anforderungen. Neue Funktionen können jederzeit ergänzt werden und auch größere Projekte lassen sich problemlos umsetzen.
Ich selbst habe zunächst mit einem Baukastensystem begonnen. Damals erschien mir WordPress viel zu kompliziert. Rückblickend war das überhaupt keine schlechte Entscheidung. Ich konnte mich in Ruhe mit den Grundlagen beschäftigen und erste Erfahrungen sammeln. Erst später wechselte ich zu WordPress, weil ich mehr Möglichkeiten haben wollte. Heute würde ich diesen Weg wahrscheinlich wieder genauso gehen.
Entscheidend ist deshalb nicht, welches System andere empfehlen. Viel wichtiger ist die Frage, welche Ziele du mit deiner Website verfolgst. Eine kleine private Internetseite benötigt oft ganz andere Funktionen als ein Blog, der über Jahre wachsen soll.
Gute Inhalte schlagen jedes perfekte Design
Viele Anfänger verbringen erstaunlich viel Zeit mit Farben, Schriftarten oder Logos. Das macht zwar Spaß, bringt aber nur wenig, wenn auf der Website später kaum interessante Inhalte zu finden sind.
Besucher kommen nicht wegen einer besonders schönen Überschrift oder eines modernen Menüs. Sie suchen Antworten auf ihre Fragen, hilfreiche Informationen oder Lösungen für ein Problem.
Genau deshalb solltest du den größten Teil deiner Zeit in gute Inhalte investieren. Ein verständlicher Artikel hilft deinen Lesern wesentlich mehr als eine Website, die zwar hervorragend aussieht, aber kaum Informationen bietet.
Auch Google bewertet heute längst nicht mehr nur die Technik einer Website. Hilfreiche Inhalte spielen eine wesentlich größere Rolle. Wer regelmäßig gute Artikel veröffentlicht und seinen Besuchern echten Mehrwert bietet, hat deutlich bessere Chancen, dauerhaft gefunden zu werden.
Warum Geduld wichtiger ist als Perfektion
Fast jeder wünscht sich, dass nach der Veröffentlichung sofort die ersten Besucher erscheinen. Leider funktioniert das selten. Neue Websites benötigen Zeit. Suchmaschinen müssen die Inhalte erst entdecken, bewerten und allmählich in den Suchergebnissen anzeigen. Manchmal dauert das einige Wochen, manchmal sogar mehrere Monate. Genau in dieser Phase verlieren viele die Geduld.
Der erste Artikel wird veröffentlicht, danach vielleicht noch zwei weitere. Weil kaum Besucher kommen, entsteht schnell der Eindruck, dass sich die ganze Arbeit nicht lohnt. Tatsächlich befinden sich fast alle erfolgreichen Websites genau an diesem Punkt. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass ihre Betreiber weitergemacht haben.
Mit jedem neuen Beitrag wächst deine Website. Schrittweise entstehen immer mehr Inhalte, die gefunden werden können. Manche Artikel entwickeln sich überraschend gut, andere bleiben eher unauffällig. Das gehört einfach dazu.
Eine Website entwickelt sich ständig weiter
Viele glauben, eine Website müsse fertig sein. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.
Neue Ideen kommen hinzu, ältere Texte werden verbessert und manchmal verändert sich sogar die gesamte Ausrichtung einer Website. Genau das macht dieses Hobby so spannend.
Wenn ich heute auf meine ersten Internetseiten im Baukastensystem zurückblicke, würde ich vieles anders machen. Manche Texte würde ich vollkommen neu schreiben, einige Bilder austauschen und bestimmte Seiten ganz anders aufbauen. Trotzdem bereue ich keinen einzigen Schritt. Ohne diese ersten Erfahrungen hätte ich nie gelernt, wie Websites wirklich funktionieren.
Also – unter uns: Nicht, dass jetzt der Eindruck entstehen soll, heute sei ich Profi oder meine Websites seien perfekt. Oh je, nein, definitiv nicht. Ich befinde mich nach wie vor im Lernprozess. Vor 4 Jahren habe ich mit einem Baukasten angefangen, nach zwei Jahren bin ich in Webhosting und WordPress eingestiegen. Wichtig für mich sind Spaß und Freude.
Deshalb möchte ich jedem Beginner einen einfachen Tipp aus meinem Blog-Leben mitgeben. Warte nicht darauf, dass alles perfekt ist. Es wird diesen Zeitpunkt wahrscheinlich nie geben. Starte lieber mit einer überschaubaren Website, sammle Erfahrungen und entwickle sie Schritt für Schritt weiter. Genauso entstehen die meisten erfolgreichen Internetseiten – nicht an einem Wochenende, sondern durch viele kleine Verbesserungen, die sich mit der Zeit zu etwas Großem entwickeln.

